Scalebound gehört zu jenen Spielen, die trotz mehrjähriger Entwicklung nie das Licht der Welt erblickten. In einem Interview reflektierte der ehemalige PlatinumGames-Chef und heutige Clovers Inc.-Gründer Hideki Kamiya die turbulente Zeit.
Scalebound gehört zu jenen Spielen, die trotz mehrjähriger Entwicklung nie das Licht der Welt erblickten. In einem Interview reflektierte der ehemalige PlatinumGames-Chef und heutige Clovers Inc.-Gründer Hideki Kamiya die turbulente Zeit.
Im Gespräch mit VGC erklärte Kamiya, dass er im Laufe seiner Karriere sowohl mit japanischen Publishern wie Sega, Capcom, Nintendo, Konami und Koei Tecmo als auch mit internationalen Größen wie Microsoft, Tencent und Activision zusammengearbeitet habe. Dabei seien deutliche Unterschiede sichtbar geworden.
„Bei der Arbeit mit japanischen Publishern hat man das Gefühl, dass die Entwicklungskultur näher bei einem liegt und man den Entwicklern gegenüber tendenziell mehr Verständnis hat“, so Kamiya.
Nach seiner Erfahrung hätten japanische Unternehmen mehr Geduld, wenn es darum geht, neue Konzepte zu entwickeln, deren Gestalt sich erst nach und nach herauskristallisiert.
Westliche Publisher hingegen hätten häufiger das Bedürfnis, früh Resultate zu sehen und orientierten sich stark an etablierten Markttrends. Als Beispiel nannte Kamiya die anhaltende Dominanz von Ego-Shootern, die im Westen oft als verlässliches Erfolgsrezept gelten.
Die Entwicklung von Scalebound begann 2013 bei PlatinumGames, wurde jedoch 2017 eingestellt. Das ambitionierte Projekt sollte Spieler*innen die Möglichkeit geben, sowohl einen Menschen als auch einen Drachen zu steuern. Laut Kamiya habe es dafür jedoch „keine klare Referenz oder kein klares Format“ gegeben, was in der Zusammenarbeit mit Microsoft zu Unsicherheiten führte.
Auf die Frage, ob ein japanischer Publisher das Projekt anders behandelt hätte, meinte Kamiya:
„Ich glaube schon, dass es anders gelaufen wäre.“
Zwar wäre das Spiel damit nicht automatisch fertiggestellt worden, doch der Entwicklungsprozess wäre seiner Einschätzung nach flexibler verlaufen.
„Japanische Unternehmen sind neuen Herausforderungen gegenüber offener, und ich denke, die Gespräche wären positiver verlaufen, etwa nach dem Motto: ‚Okay, wie gehen wir das gemeinsam an?‘“, so Kamiya.
Dennoch betonte er, dass das Scheitern nicht allein an Microsoft gelegen habe:
„Die Verantwortung lag letztlich bei PlatinumGames und bei mir selbst als Direktor.“
Obwohl das Projekt 2017 beerdigt wurde, schließt Kamiya eine Rückkehr nicht aus. Anfang 2024 wandte er sich sogar direkt an Microsoft-Gaming-Chef Phil Spencer mit einem öffentlichen Appell:
Let’s do it, Phil ! :D https://t.co/BLdBs3hxGt
— 神谷英樹🍀 Hideki Kamiya🍀 (@HidekiKamiya_X) March 3, 2025
„Lass es uns tun, Phil!“
Schon 2020 hatte PlatinumGames angedeutet, für eine Rückkehr offen zu sein. Spencer selbst blieb bislang jedoch zurückhaltend:
„Zu Scalebound kann ich an dieser Stelle nichts sagen“, erklärte er 2022 gegenüber Game Watch.
Kamiya glaubt heute, dass die Lehren aus Scalebound vor allem darin bestehen, die Stärken japanischer und westlicher Publisher künftig besser zu verbinden. Ob der Drache jemals wieder aus seiner Höhle kriecht, bleibt allerdings fraglich.
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